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GRUNDLAGEN  einer ganzheitlichen Entwicklung
 

1. Von der unbewussten zur bewussten Entwicklung

2. Durch Meditation zu unserem HÖHEREN SELBST

3. Ursprung, Geist und menschliche Entwicklung

3.1 Zyklische Entwicklung, Wiedergeburt und Karma

3.1.1 Traumata in früheren Leben (Schaubild)

3.2  Der Mensch als Teil der Gesamtschöpfung

4. Mediationspraxis – Meditationsanleitung

4.1 Meditationsübung für Beginner

4.2 Meditationsübung für Fortgeschrittene

 LITERATURLISTE I

 

1. Von der unbewussten zur bewussten Entwicklung

Gemäß der Seele-Körper-Einheit Mensch gibt es grundsätzlich zwei Ansatzpunkte, unsere gesundheitlichen und seelischen Störungen, unser Ungeordnet-Sein, unsere Dis-Harmonie, zu beheben:

  1. Durch Linderungsmittel und Besserungsmethoden, die das Formleben (bzw. den Körper) aufbauen und die Lebenskraft stärken, so dass die Krankheit abgeschüttelt werden kann. Dies sind z. B. allopathische (chemische) Mittel, homöopathische und pflanzliche Mittel, Chirurgie, chiropraktische Methoden, Bewegung, Stress-Abbau, gesunder Schlaf.

Der Heil(-ung-)suchende ist dabei passiv erwartend und empfänglich.
 

  1. Durch psychologische Arbeit und Methoden (Psychotherapie oder Selbsterfahrung), durch die die subjektiven (inneren) Gegebenheiten und Ursachen untersucht und behandelt werden, d. h. jene Denk-, Fühl- und Verhaltensweisen (bzw. -gewohnheiten) verändert werden, die eben psychosomatische Störungen, Hemmungen, Komplexe, Neurosen oder Psychosen bewirken.

Dem Suchenden wird dabei gelehrt, ein richtiges Verständnis seiner Selbst zu gewinnen, um jene Zustände zu beseitigen, die die äußeren Wirkungen hervorrufen. Er wird also darin geschult, sich aktiv zu verhalten und Verantwortung für sein leib-seelisches Gleichgewicht bzw. Ungleichgewicht zu übernehmen. Das bedeutet auch, dass seine ausschließliche Extroversion (nach außen gerichtet sein) ergänzt werden muss durch Introversion (nach innen gerichtet sein).

Er kommt also allmählich durch eigene Erfahrung zu einer Erkenntnis dessen, was er selbst im besonderen sowie der Mensch im allgemeinen ist
.
In erster Annäherung können wir den Menschen als eine dreigeteilte Wesenheit ansehen - bestehend aus Körper, Seele und Geist.
Durch den Körper, seiner physischen Natur – mittels seiner Sinne – fließen dem Menschen fortwährend Informationen über die äußeren Gegenstände zu, die er tastet, riecht, schmeckt, hört und sieht.
Aber es ist unmöglich, mittels der leiblichen Sinne das seelische Dasein zu betrachten bzw. zu erfassen.
Die Blumen einer Wiese erfassen wir durch unsere Augen: Sie sind eine materielle Tatsache, die wir unhinterfragt hinnehmen. Wenn wir  uns  aber über die Farbenpracht der Blumen freuen, machen wir die Farbenpracht zu unserer inneren Angelegenheit: Wir verbinden durch unsere Gefühle die Blumen mit unserem eigenen Dasein.
Die eine Empfindung macht uns Menschen Lust bzw. Freude, die andere Unlust bzw. Unbehagen. Das sind Regungen unseres inneren, seelischen Lebens.
In unseren Gefühlen schaffen wir uns als Mensch also eine zweite Welt zu derjenigen hinzu, die von außen auf uns einwirkt!
Und unser Seelisches wirkt durch unsere Wünsche und unser Wollen auf die Außenwelt wieder zurück, indem wir dieser Außenwelt durch unsere Handlungen gewissermaßen unseren Stempel aufprägen.
Außer Körper und Seele gibt es noch das Geistige im Menschen. Wir schweifen ja nicht richtungs- und ziellos von einem Sinneseindruck zum anderen, und wir handeln auch nicht unter dem Eindruck jedes beliebigen Reizes, der von außen oder durch unsere inneren Vorgänge auf uns ausgeübt wird, sondern wir denken über unsere Wahrnehmungen und Handlungen nach:
Die Blumen, die wir in diesem Jahr auf der Wiese sehen, sind von der gleichen Art wie die Vorjährigen – sie sind nach denselben Gesetzen gewachsen wie die Vorjährigen. Im Gegensatz zu der Freude über die Blumen, die nur in uns ist, verbleiben die Gesetze, die das Wesen der Blumen ausmachen, außerhalb von uns.
Durch das Nachdenken über seine Wahrnehmungen erwirbt sich der Mensch Erkenntnisse über die Gesetze der Dinge und bringt sich somit in Verbindung mit dem geistigen Sein.
Körperliches, seelisches und geistiges Sein müssen im Leben in einem vernunftgemäßen Zusammenhang stehen.
Wir können unsere Aufgabe als Mensch nur dann würdig erfüllen, wenn wir uns durch richtige Gedanken sowohl im Erkennen als auch im Handeln leiten lassen.
Und nur richtige Erkenntnis macht uns "heil" - macht uns ganz.
Krank sein bedeutet: nicht heil sein – bedeutet: nicht ganz sein – bedeutet: nicht bewusst sein.
Lassen wir uns mehr oder weniger unbewusst von den Lebensumständen leben ohne nachzudenken, ohne Bemühung zu erkennen, so können wir damit rechnen, früher oder später Leid ertragen zu müssen. Leben heißt lernen, heißt sich entwickeln; das Leben hält für jeden von uns seine Lernaufgaben (und Lernchancen!) bereit.
Rechtzeitiges Erkennen und Annehmen dieser unserer Lernaufgaben und Lernchancen verhindert, dass das Schicksal "den Rohrstock des Leids" gebraucht.
Wir können dem zuvorkommen durch bewusste Selbstschulung bzw. Selbsterziehung.


Für die Selbsterziehung (wie auch für die Erziehung allgemein) lassen sich drei Grunderfordernisse benennen:

Die Förderung unserer geistigen Natur
Durch das Studium von außer-subjektivem Wissen, also von Erfahrungen und dem Wissen anderer – lernen wir (geistige) Gesetzmäßigkeiten und (geistige) Fakten kennen und erkennen und trainieren dadurch unsere Denknatur für das eigene richtige Denken und Erkennen.

Die Förderung unserer seelischen Natur
Hier ist alles angebracht, was uns Selbsterkenntnis und Selbsterfahrung bringt, wie z. B. Gespräche über uns, Selbsterfahrungskurse, Geburtshoroskopdeutung, Psychotherapie, Selbsterfahrung mittels der Dr. Bach-Blütentherapie, der Mittel der Psychosomatischen Energetik des Arzt-Ehepaares  Banis (Chakra- und Konfliktmittel) oder mittels Meditation.

Die Förderung unserer aktiven oder körperlich handelnden Natur.
Unsere Erkenntnisse sollen wir nicht nur der Erkenntnis wegen machen, sondern wir sollen sie nutzen, sie verwirklichen, sie umsetzen in konstruktive schöpferische Aktivitäten, so dass sie uns und der größeren Einheit – in die wir hineingestellt sind – dienen können.

 

 

2. Durch Meditation zu unserem HÖHEREN SELBST

Aus dem Osten ist uns eine besonders gut durchdachte und durchstrukturierte Methode der Selbsterziehung oder Selbstschulung bekannt, nämlich der Yoga und die Meditation.
Yoga ist wohl das älteste uns überlieferte Weisheitsgut, dessen schriftliche Fixierung etwa 1500 v. Chr. begann. Vorher gab es nur die mündliche Überlieferung mit strenger Geheimhaltung. Die Entstehungsgeschichte des Yoga verliert sich im Dämmer der Vorzeit; unter Grabungsfunden der Induskultur wurden Tonfiguren mit Abbildungen von Yogastellungen gefunden, deren Alter man durch moderne Testverfahren auf 7500 Jahre schätzte.
"Yoga" bedeutet soviel wie anjochen, anbinden, einigen. Gemeint ist damit das "Anbinden" unseres vordergründigen alltäglichen Lebens an den tieferen Lebenshintergrund - das Zusammenbringen bzw. das Einen unseres kleinen lebensunzufriedenen Ichs mit unserem höheren, wahren SELBST oder unserer SEELE.
Zu den schon aufgezeigten drei Ausdrucks- bzw. Lebensbereichen des Menschen (geistige, seelische, körperliche Natur), gibt es auch drei Hauptarten des Yoga zwecks Selbstschulung:
 

1. Karma-Yoga, der Yoga des Wirkens bzw. des wirksamen Tätig-Seins.

Er ist der älteste Yoga und bezieht sich auf unsere physische Natur; er will den Menschen die Herrschaft über seine Organe und seinen ganzen mechanischen Apparat geben (in der Unterart des Hatha-Yoga), um ihn durch wirksames Tätig-Sein für selbstlose Werke oder den Dienst einzusetzen.
 

2. Bhakti-Yoga, der Yoga des Herzens oder der Liebe.

Er lehrt den Menschen durch glühende Hingabe all seiner Gefühle, das Ziel der Vereinigung mit seiner göttlichen SEELE zu erreichen.
Dieser Yoga hat seinen Schwerpunkt in der Empfindungs-, Fühl- und Wunschnatur des Menschen.
 

3. Raja-Yoga [Radscha], der Weg der willentlichen Gedankenbeherrschung - der Yoga des Denkens oder Willens.
Dieser Weg fußt auf den Yoga-Sutras des PATANJALI [Patandschali], die höchste Autorität auf dem Gebiet des Raja-Yoga.

Er war der erste, der vor mehr als 2ooo Jahren diese Lehrsätze in rund 2oo Aphorismen (Kernsprüche) schriftlich niedergelegt hat. Vorher sollen diese Yoga-Sutras (Lehr- oder Leitsätze) nur aus dem Gedächtnis durch mündliche Überlieferung an wenig Auserwählte weitergegeben worden sein.
Dieser Übungsweg umfasst alle anderen Yoga-Wege. Er wird als der Höhepunkt angesehen, der das Werk der Entwicklung des Menschen vollendet, indem er durch die Wissenschaft des Denkens und des zielbewussten Willens den gesamten niederen dreifachen Menschen koordiniert und ihn zum geeigneten Instrument für die SEELE macht.

Das ist das, was Meditation (lat.: meditatio = Innenschau) eigentlich will:
Durch konzentrative Innenschau die niedere Natur bzw. das Ausdrucksinstrument der SEELE verfeinern und koordinieren, um diese Persönlichkeit dann mit dem HÖHEREN SELBST oder der SEELE zu vereinen.

Das, was wir zuvor als unsere seelische Natur bezeichnet haben, scheint nicht identisch zu sein mit dem, was in der östlichen Weisheitslehre mit "SEELE" oder "SELBST' bezeichnet wird.
Tauchen wir tiefer in diese Lehre ein, so entdecken wir – wie auch in der westlichen transpersonalen oder esoterischen Psychologie – dass der Mensch mehr ist als die zuvor dargestellte Dreiheit aus Körper-, Fühl- und Denknatur.
Danach ist der eigentliche Mensch ein seelisch-geistiges Wesen, das nur zum Zwecke der Selbstvervollkommnung mittels Erfahrungssammlung auf der materiellen Daseinsebene sich mit geeigneten Ausdruckskörpern bzw. -mechanismen bekleidet.
Eigentlich müssten wir sagen: wir sind die SEELE oder das Geistwesen und wir haben einen Körper und nicht umgekehrt.
Genauer gesagt, sind wir ein "Doppelwesen", nämlich ein Mensch als Naturwesen und ein Mensch als Geistwesen – ein Doppelwesen, bestehend aus zwei "Dreiheiten", der "niederen" und der "höheren".



Die höhere, geistige Dreiheit - gekennzeichnet durch die Eigenschaften des geistigen Willens, der Intuition und des abstrakten Denkvermögens – spiegelt sich wieder bzw. äußert sich in der niederen Dreiheit des konkreten Denkvermögens, der emotionellen Natur und des physischen Körpers.
Aus dieser Darstellung können wir ersehen, dass das, was die westliche Psychologie unter "Psyche" oder "Seele" versteht, nicht identisch ist mit dem Begriff "SEELE", wie ihn die transpersonale oder esoterische Psychologie und die östliche Yoga-Lehre gebraucht.

Wenn in der westlichen Psychologie von "Seele" die Rede ist, dann ist damit unsere "niedere" Seele oder Tierseele (die "Empfindungsseele") gemeint, also in erster Linie unsere Fühl-, Wunsch- und Triebnatur, eventuell noch erhöht mit unserer Denknatur (der "Verstandesseele").

Zu diesen zwei Seelengliedern des westlichen Seelenbegriffs ("Empfindungsseele" und "Verstandesseele") kommt aber ein noch höheres Seelenglied hinzu, das wir als Bewusstseinsseele, als unseren Bewusst-SEINS-Kern, als Seele der SEELE, als die eigentliche INDIVIDUALITÄT oder ICH-HEIT ansehen können.

Die östliche Weisheitslehre und die esoterische oder transpersonale Psychologie benennt diesen Aspekt als "SELBST", "HÖHERES SELBST", als "SEELE", "EGO", als den "DENKER" oder als "SONNENENGEL" (nach Aurobindo: “PSYCHISCHES WESEN”).
 

 

Eine künstlerische Darstellung des Menschen als Doppelwesen
von Judith Navratil: “Die Göttliche Gegenwart”
(Einzeichnung der beiden Ovale von mir)

 

 

Ein wesentlich differenzierteres Schaubild über die verschiedenen Wesensglieder des (geistigen) Menschen als das meines vereinfachten Doppelwesen-Schaubildes findet man in der Literatur von Alice A. Bailey.

Wesensteile des Menschen in den 7 Schwingungsbereichen: Schaubild in Anlehnung an Alice A. Bailey (Theosophie)

Und es geht noch differenzierter und tiefgreifender mit folgendem Diagramm VIII (S.939) aus dem Buch Bailey, Alice und Meister Djwhal Khuh : Eine Abhandlung über Kosmisches Feuer, einschließlich einer interessanten okkulten Beschreibung des Individualisierungsvorgangs des Seins:

Egoischer Lotos und die Zentren 0,6

 

  • Als das WORT ertönte, das in der Triade den Wunsch nach Ausdruck ihrer selbst erweckte, und als der Laut der niederen Manifestation sich damit verschmolzen und gen Himmel erhoben hatte (wie die okkulten Bücher es ausdrücken), da löste das einen Widerhall bei gewissen verbündeten Konstellationen aus; dadurch wurde eine Energie freigesetzt, die ins Sonnensystem einströmte und jene Sonnenengel mit sich führte, die «im Herzen Gottes ruhten, bis ihre Stunde gekommen war». Ihr Erscheinen auf der Mentalebene führte zur Einswerdung von Geist und Materie, und aus dieser Vereinigung wurde eine eigenbewusste Identität, das Ego, geboren. Auf kosmischem Niveau kommt es zu einem analogen Vorgang bei solch gewaltigen Identitäten wie z.B. einem Sonnenlogos...”
    Bailey, Alice: Eine Abhandlung über Kosmisches Feuer, Seite 812
     
  • Diese fünfte Hierarchie von Agnishvattas verkörpert in ihren zahlreichen Rangstufen das «Ich-Prinzip»; sie sind die Erzeuger des Eigenbewusstseins und die Erbauer des egoischen Körpers, durch den der Mensch seiner selbst gewahr wird. In Zeit und Raum und auf der Mentalebene sind sie der Mensch selbst in seiner wesentlichsten Essenz; sie machen es ihm möglich, seinen eigenen Ursachenkörper (Kausalkörper) zu erbauen, seinen eigenen egoischen Lotos zu entfalten, sich allmählich von den Einschränkungen der von ihm erbauten Form freizumachen und sich damit - zur gegebenen Zeit - auf eine andere Art von Energie, nämlich Buddhi, einzuschalten.
    Mit anderen Worten: Ihr Werk macht es dem Menschen möglich, auch außerhalb des Manasträgers Bewusstsein zu erlangen, denn Manas ist ja bloß die Form, durch die sich ein höheres Prinzip zu erkennen gibt. Das Leben Gottes gerät zyklisch unter den Einfluss der verschiedenen Hierarchien oder Kräfte, welche diesem Leben vorübergehend einen Träger erbauen, es durch ihre Substanz hindurchleiten, ihm dadurch eine bestimmte Qualität oder Farbtönung verleihen und seine Schwingungsfähigkeit so lange erhöhen, bis es am Ende von hierarchischer Beschränkung freigemacht wird. Dann kehrt dieses göttliche Leben zu seiner ewigen Quelle zurück, mit dem Gewinn an Erfahrungen und dem Energiezuwachs, der das Ergebnis der durchgemachten Wandlungen ist.”
    Bailey, Alice: Eine Abhandlung über Kosmisches Feuer, Seite 813/814

 

 

 

3.  Ursprung, Geist und menschliche Entwicklung

Um das Ziel der SELBST-Verwirklichung zu erreichen, müssen wir natürlich bestimmte Faktoren beachten:

Als erstes soll und kann dieser Prozess keine totale Verinnerlichung im Sinne von Weltflucht oder Lebensverneinung sein. Bewusstseinsentwicklung ist ja nur mittels Erfahrung möglich und das HÖHERE SELBST hat sich ja gerade deswegen in dem niederen Selbst verkörpert, um eben überhaupt auf dieser niedersten Stufe des SEINS Erfahrungen sammeln zu können. Auch ist bei der SELBST-Verwirklichung durch Meditation kein Asketentum, keine "Abtötung" und keine Ich-Auflösung erforderlich, wie man immer wieder fälschlicherweise hört. Unsere ICH-HEIT oder unsere INDIVIDUALITÄT, unser SELBST ist ja gerade das höchste Gut, welches wir (bzw. die Schöpfung) erst zu verwirklichen suchen. Nur krankhaftes Ich-Sein-Wollen, "ungesunder Egoismus" also, ist für eine gesunde Entfaltung unserer ICH-HEIT hinderlich, weil er das harmonische Gleichgewicht zum zweiten Grundprinzip des Seins – dem Vereinheitlichungssprinzip bzw. Liebesprinzip – stört.
Aber auch eine zu starke Betonung des Vereinheit lichungsprinzips (in der Astrologie Prinzip Neptun!) ist krankmachend. Dieses Prinzip verfolgt Einswerdung, und losgelöst vom Prinzip der Differenzierung bzw. Absonderung entartet es in symbiotisches Verhalten: in Verschmelzenwollen unter Verlust der eigenen ICH-HEIT (INDIVIDUALITÄT) - in Auflösungstendenzen.
Eine gesunde Bewusst-SEINS- Entwicklung kann nur stattfinden im Spannungsfeld eines ICH und DU: Ein ICH oder individuelles Bewusst(es)-SEIN braucht für sein Wachstum ein Gegenüber, einen Gegensatz: ohne Differenzierung oder Absonderung aus der ursprünglichen Einheit, ohne Dualismus, keine Bewusst-SEINS-Vervollkommnung!
Der Extrakt, die Essenz, unserer gemachten Erfahrungen über die verschiedenen Inkarnationen hinweg wird dann gespeichert in der SEELE bzw. in deren subtilen Körper, dem Kausalkörper: als Fähigkeiten, Talente, Tugenden, Wertehaltungen, Gewissen.

Bei einer Wiederverkörperung kann auf dieses Erfahrungsgut instinktiv zurückgegriffen werden, so dass ein kontinuierlicher Entwicklungsfluss gewährleistet ist, auch wenn wir uns in den Anfangsstufen unserer Seelenentwicklung wegen mangelnder "Durchlichtung" unserer "niederen" Ausdruckskörper nicht daran erinnern können.

 

 

3.1 Zyklische Entwicklung, Wiedergeburt und Karma

Ich vergleiche den langen Lernweg der gesamten Inkarnationsreihe gerne mit einer Bergbesteigung.
In diesem Modell (!) stehen für den gegenwärtigen Schöpfungszyklus z. B. 60 Milliarden neu geschaffene menschliche Seelen ganz ohne Inkarnationserfahrung am Fuße des Berges und haben die Verpflichtung/Aufgabe die Bergesspitze zu erreichen (=Entwicklungsnotwendigkeit!) ; der zu bewältigende Aufstieg ist aber nicht vorgegeben, sondern jede Seele muss sich nach dem Prinzip des Versuch-und-Irrtum-Lernens ihren eigenen Weg suchen, wodurch ja eben gerade erst die individuelle Eigenart der jeweiligen Seele entsteht! (=freier Wille!)

Das Problem dabei ist aber, dass der Mensch nicht mehr unter dem Instinktgesetz steht, sondern dass er sein Mitgefühl mit anderen nunmehr Schritt für Schritt – mittels seines freien Willens – über seine Instinktnatur stellen muss.
Logischerweise schädigt und verletzt er anfangs dabei immer noch aus Mangel an Erfahrung darin – wie ein Instinktswesen – seine Mitwanderer, und zwar so lange, bis er genügend Sensibilität und Mitgefühl erlangt hat, die dann das Gegengewicht zu seinem Verlangen darstellen können.
Je jünger also die Menschenseele ist, bzw. je weniger häufig sie bisher inkarniert war, je größer also ihre Unwissenheit und ihr Mangel an Erfahrung in Nicht-Schädigung ist, desto mehr Karma (=Lernstoff-Nachholungs-Notwendigkeit!) wird sich die sich entwickelnde Seele wohl auf ihrem Weg aufladen.

Somit ist ein Täter nicht ein böser Mensch , sondern er hat in seiner ungenügenden Erfahrenheit bei seiner Bedürfnisbefriedigung noch nicht genügend Mitgefühl mit den anderen bzw. seinem Opfer.

Täterleben, in denen wir in der Selbstverständlichkeit eines überleben-wollenden und damit egoistischen Instinktwesens handeln, führen in der Regel nicht unmittelbar in demselben Leben zu pädagogischen Konsequenz bzw. Sensibilisierungsmaßnahmen, sondern erst in den nachfolgenden Leben, und zwar in den:
Sensibilisierungsleben, den Versuchungsleben bzw. Prüfungs- oder Bewährungsleben, und den Wiedergutmachungsleben.


    Nebenbei bemerkt:
    Was aus so einem Täterleben aber sehr häufig – vom karmischen Gesetz ungewollt – passiert, ist eine Besetzung des Täters durch das Opfer unseres Fehlverhaltens.
    Der Verstorbene ist ja zunächst noch für längere Zeit die Persönlichkeit, die er auch zu Lebzeiten war – nur ohne physisches Ausdrucksinstrument... und er hat auch als Geist oder erdgebundener Verstorbener noch den freien Willen... und kann sich somit natürlich durch seine Besetzung karmisch verfehlen!
    Der von dem Täter Geschädigte ist oftmals noch sehr lange in seinen erlittenen Kränkungen und Beschädigungen eingewoben, dass er selbst noch nach dem Tode des Täters nicht in die jenseitigen Sphären überwechselt, sondern in seiner emotionalen Verhaftung erdgebunden verbleibt (gewissermaßen in einer Zeitkapsel gefangen!!!)
    .

Wenn der ehemalige Täter dann wiedergeboren ist, findet der ehemals Geschädigte über kurz oder lang wegen der Schwingungsähnlichkeit die neu inkarnierte Seele und besetzt sie, um Rache und Vergeltung zu üben, bzw. bei positiveren emotionalen Bindungsenergien, diese Beziehung wieder aufleben zu lassen.
Und das kann über mehrere Inkarnationen hindurch andauern – und das alles, wie schon bemerkt, karmisch ungewollt!

Sensibilisierungsleben:
Haben wir uns auf unseren „Weg der Bergbesteigung“ (der zunehmenden Vergeistigung des Seins) „versündigt“, d. h. uns bei unserer Bedürfnisbefriedigung immer noch wie ein Instinktwesen verhalten, und dabei unsere Mitwanderer verletzt oder geschädigt, so wird uns vom „geistigen Management“ (dem Karmagesetz; den karmischen Wesenheiten) eine geeignete pädagogische Maßnahme zugemessen, die dafür geeignet sein soll, uns für den Bereich unserer Verfehlung sensibler zu machen: Ich nenne diese Maßnahme auch gerne „Sensibilisierungsmaßnahme“.
Sie soll erreichen, dass man – in dem Bereich seiner Verhaltensverfehlung – in einer erneuten Versuchungssituation echtes Mitgefühl mit dem neuen potentiellen Opfer hat, so dass dieses Mitgefühl dann das Gegenregulativ für das infrage kommende Verlangen darstellt.

Darum ist auch eine bewusste Erinnerung an die damalige Verfehlung nicht notwendig, denn was ich am eigenen Leibe erlebt habe, wird letztlich im Kausalkörper gespeichert und lässt mich mitschwingen mit dem möglichen Leid meines nächsten potentiellen Opfers.

Wahre ethische Reife ist nicht gepredigt, sondern sie kommt aus dem Erleben und dem Mitgefühl!
In der Regel führen solche Sensibilisierungsmaßnahmen zu einem nicht-integrierten Leben , weil die inkarnierte Seele – d. h., die jeweilige Persönlichkeit – eben noch zu unreif ist, als dass sie einsehen könnte, dass dieses „Schlimme“, was sie da erlebt, eine notwendige Korrekturmaßnahme für die in der Entwicklung begriffenen Seele ist.
So hadert diese sich bestraft fühlende Persönlichkeit auch noch nach dem physischen Tod mit ihrem als ungerecht erlebten Schicksal, anstatt den höheren Standpunkt ihrer Seele einzunehmen und eine kritische Selbstschau zu beginnen.

Dazu muss man wissen, dass man gleich nach dem physischen Tod zunächst lediglich den materiellen Ausdruckskörper abgelegt hat, aber dass man in der ersten Zeit im Jenseits noch immer die gleiche Persönlichkeit mit all ihren emotionalen und mentalen Haltungen ist.
Erst allmählich beginnt die Dis-Identifikation von den letzten Persönlichkeitseigenarten und die zunehmende Identifikation mit der eigentlichen Seele.

Versuchungsleben bzw. Prüfungs- oder Bewährungsleben:
In den nachfolgenden Inkarnationen nach einer Sensibilisierungsmaßnahme wird das ethische Verhalten der inkarnierten Seele bzw. der aktuellen Persönlichkeit von der geistigen Welt (den karmischen Wesenheiten) natürlich beobachtet und daraufhin überprüft, ob weitere Sensibilisierungsmaßnahmen indiziert sind oder nicht.
Denn unsere Instinktnatur ist eine starke Kraft und um sie wirklich händeln zu können, braucht es oftmals schon wiederholte „Gegenerfahrungen“.

Insofern können wir davon ausgehen, dass wir mehrere Sensibilisierungsleben bezüglich des gleichen Fehlverhaltens durchlaufen werden, weil wir bei unserer Bedürfnisbefriedigung doch wieder der Versuchung erlegen sind, dies auf Kosten bzw. zum Schaden unserer Mitwanderer zu erreichen.
D.h. der potentielle Täter hat eine Prüfungsaufgabe vor sich, die er eigentlich bewältigen müsste!!!!!
... und falls er versagen sollte !!!! darf es keinen treffen, zu dessen Lernaufgabe es nicht auch passt!!! (was eine riesige Logistikaufgabe für das 'Geistige Management bedeutet!!!)

Wiedergutmachungsleben (Energie-Recycling):
Irgendwann ist die in der Entwicklung begriffene Seele in ihrer ethischen Reife soweit, dass sie in der Inkarnation bei ihrer Bedürfnisbefriedigung, diese nicht nur nicht auf Kosten anderer erreichen will, sondern dass sie auch die bis zu diesem Zeitpunkt summierten Schäden wieder abbauen will.
Denn letztlich benutzen wir ja in unserem Lebensvollzug – bei jedem Denken, Fühlen-Wünschen und Handeln – die reine schöpferische Ursprungsenergie und prägen ihr unseren individuellen Stempel auf.
Ist diese Prägung konstruktiv, so darf diese individuelle Prägung bis in alle Zeiten bestehen bleiben – ist sie destruktiv und für irgendeinen Teil der Schöpfung in irgendeiner Weise schädlich, muss der Verursacher diese Energie wieder recyceln!
Wer sollte es sonst tun!

Wenn es also parallel zu dem (unbarmherzigen) Gesetz 'Was du säst, das erntest du auch' noch das Gesetz der 'Barmherzigkeit geben sollte, (nach dem mir 'JEMAND' eine "Schuld" (?) abnehmen könnte), dann kann es m.M.n. nur diesen Teil des Karmas (= Energie-Recycling) betreffen, weil, wie könnten wir sonst eine Bewusstseins -Entwicklung (die ja auf Erfahrungssammlung beruht) durchmachen, wenn uns jemand die 'Hausaufgaben' abnimmt, bzw. die nicht gemachten 'Hausaufgaben' erlässt ?????

 

 

3.1.1 Traumata in früheren Leben (Schaubild)

In der gesamten Inkarnationsreihe von wahrscheinlich tausenden von Leben gibt es natürlich eine ganze Menge “normal” oder gut verlaufender  Leben, in denen keine größeren Traumen entstanden sind, und die deshalb  ohne Probleme als Erfahrungsgut in das Gesamterfahrungsgut unserer Seele eingegliedert werden konnten.
Als Gleichnis lässt sich eine Videothek oder Datenbank vorstellen, auf  die wir reflexhaft zurückgreifen, wenn wir im Alltag routinemäßig handeln oder auch besondere Entscheidungen zu treffen haben.

Wenn in früheren Leben unangenehme, schlimme Dinge, wie Verletzungen,  Krankheiten, außernormale Tode, starke Kränkungen oder Demütigungen - Traumen eben - von der damaligen Persönlichkeit erlebt werden, und diese nicht nach dem Tode in den jenseitigen Bereichen geheilt bzw.  “befriedet” werden können, kann das gesammelte Erfahrungsgut nicht in  das Gesamterfahrungsgut der in Entwicklung begriffenen Seele gespeichert werden.

Die Seele scheint dann nach “Plan B” vorzugehen: Sie nimmt diese noch in Aufruhr befindende Gefühlsenergie gewissermaßen Huckepack mit in die  nächste Inkarnation und baut sie mit ein in den nächsten Fühl- und  Wunsch- bzw. Astralkörper.
Die neue Persönlichkeit/Inkarnation muss diese alten Probleme nun also  “mit links” nebenbei mitbearbeiten, wie wenn ein den Anschluss verpasst  habender Schüler neben dem laufenden Lehrstoff nebenbei auch noch die  versäumten Lehrinhalte nachbearbeiten muss.

Das große Handicap solch einer Situation - besonders, wenn auch noch  nicht-integrierte Traumen aus noch früheren Leben vorliegen - ist, dass diese alten Traumen das jetzige Bewusstsein, die jetzige  Selbstwahrnehmung, sehr stark stören oder trüben können, je nach dem,  wie stark die derzeitige Persönlichkeit ist.

Um wieder ein Gleichnis zu benutzen: Angenommen der Lebensplan der  derzeitigen Persönlichkeit/Inkarnation wäre vergleichbar mit einem  Dokumentarfilm im Fernsehen, dann wären mehrere überblendende Filme in  mehreren angeschlossenen Videorekordern die mitgegebenen/mitgenommenen  noch nicht abgeschlossenen früheren Leben.

Was das für das richtige Erkennen des Dokumentarfilms (sprich: den  Lebensplan/ die Selbstwahrnehmung) bedeutet, ist wohl gut vorstellbar!


Das nachfolgende Schaubild soll das mal illustrieren:

Die SEELE schafft sich also für die jeweilige Inkarnation ein dreifaches Ausdrucksinstrument, bestehend aus Mentalkörper (unsere Denknatur), Astral- bzw. Emotionalkörper (unsere Fühl- und Wunschnatur) und physischen Körper.

Die jeweiligen farbigen Blitze in den Emotionalkörpern der einzelnen Inkarnationen der SEELE stellen schlimme emotionale Verletzungen (als Symbol dafür) dar, die dann (nach dem physischen Tod) wegen Nicht-Integrierbarkeit mitgenommen werden in die nächste Inkarnation. In dieser wird dann versucht, sie so nebenbei mit zu verarbeiten, was oft nur zum Teil gelingt – also wird der unverarbeitete Rest wiederum mitgenommen in die nächste Inkarnation usw.
D.h., die emotionalen Verletzungen von Josafan (= roter Blitz) wird weiter getragen bis in die Inkarnation von Juliette, und die Verletzungen in der Inkarnation als Heinrich (= grüner Blitz) ebenso... und die Verletzungen in der Inkarnation als Irene (= brauner Blitz) entsprechend.
Wenn es also schlecht läuft, sammeln sich mehrere nicht-integrierte Leben an, die uns in der jetzigen Inkarnation zusätzlich zu unserer derzeitig zu bewältigenden Lebenslernaufgabe belasten.

 

 

3.2 Der Mensch als Teil der Gesamtschöpfung

Um die individuelle SEINS-Entwicklung in den Zusammenhang der gesamtem SEINS-Entwicklung zu stellen, sei ein wenig ausgeholt:

Aufgrund unserer heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse in der Elementarteilchen-Physik – nämlich, dass sich die letzten Bestandteile des Universums, wie Materie und Energie, Teilchen und Welle, alle als verschiedene Aspekte ein und derselben Sache offenbaren - kann davon ausgegangen werden, dass diese ein und dieselbe Sache, die fundamentale Einheit des Daseins überhaupt ist.

Diese fundamentale Einheit des Daseins soll hier als das Bedingungslose oder das Absolute, als der Urgrund angesehen werden; als die letzte Ursache – quasi als die ursachenlose Ursache des ganzen SEINS und nicht weiter hinterfragbar.

Die Zurückführung des gesamten SEINs und DA-SEINs auf ein Absolutes oder einen schöpferischen Urgrund können wir in den alten Philosophien und Weisheitslehren des Ostens, übereinstimmend mit den Lehren des Westens, sei es im Christentum, in der Philosophie allgemein oder auch – in Ansätzen – in der heutigen Naturwissenschaft,  die Anerkennung einer letzten Realität (mit ihren beiden Polaritäten) finden. Mag es von den Chinesen "Tao" (Dau), von den Indern "Brahman", von den Christen "Gott" oder "Vater", von der westlichen Philosophie "Reines Sein" genannt werden, oder von der Naturwissenschaft "Natur" – es bezeichnet ein und dieselbe Sache.

 

 

 Symbolhaft bzw. gleichnishaft mal dargestellt als Kreis:

 

Der Urzustand des SEINS:

Der URGRUND

            
 

 

 

Um die vielfältige beeigenschaftete Daseinswelt existent werden zu lassen, dessen höchste (?) Manifestation ein zukunftsorientiertes, also zielgerichtetes, intelligentes Teil-Dasein – "Mensch" genannt – ist, kann dieser Urgrund nicht ein völliges Nichts sein, sondern muss, erstens einmal, höchstes Wirkungsvermögen bzw. Energie an sich sein.

Wenn aber Wirkungsvermögen nicht nur Vermögen bleiben soll, sondern wenn etwas bewirkt, bewegt oder verändert werden soll, muss noch etwas dazukommen: es muss mindestens zwei Eigenschaften, Qualitäten oder Aspekte geben: erstens also den Aspekt des Vermögens, der Mächtigkeit, des In-Bewegung-Setzen-Könnens (des Bewegenden) oder des Impuls-Geben-Könnenden und zweitens den Aspekt der Exekutiv-Gewalt, der Schaffens- oder Gestaltungskraft - also den Aspekt des Bewegten, bzw. des Impulsaufnehmenden oder des Empfangenden.
Jede Impuls-Äußerung muss einen statischen Hintergrund haben, eines ohne das andere kann es nicht geben, sie bedingen sich gegenseitig.
Der Aspekt des Bewegenden ist der Aspekt, von dem der Impuls ausgeht, der in sich aber statisch, unbeweglich oder “seiend” ist. Der Gegenaspekt ist der Aspekt, der den Impuls in sich aufnimmt, aber dann zum Ausdruck bringt bzw. weiter ausgestaltet, also nach außen dynamisch ist und in das Dasein hineinwirkt.

          

Der URGRUND mit seinen zwei Grundprinzipien

Das impulsgebend Seiende
Vereinheit lichungsprinzip
Integration
Anziehung

Das impulsaufnehmend Tätige
Absonderungsprinzip
Differenzierung
Expansion

 

 

 

Der impulsaufnehmende Aspekt im Menschen - der Aspekt also, der den Impuls in sich aufnimmt, aber dann zum Ausdruck bringt bzw. weiter ausgestaltet, also nach außen dynamisch ist und in das Dasein hineinwirkt - äußert sich nicht einfach als Aktivität schlechthin, sondern als intelligente Aktivität – oder, in seiner höheren Stufe, als aktive, schöpferische Intelligenz , und der Gegenaspekt - der Aspekt des Bewegenden, von dem also der Impuls ausgeht , der in sich aber statisch, unbeweglich oder “seiend” ist, drückt sich nicht einfach als "IST-HEIT" oder SEIN schlechthin aus, sondern als zukunftsorientiertes Daseins-Bewältigungsvermögen oder als schöpferischer Wille bzw. als Macht oder Geist.

Vom physischen Standpunkt aus wird der Aspekt des Bewegenden (aber in sich Ruhenden) als das Schöpferprinzip betrachtet – in der christlichen Terminologie als das Vaterprinzip bekannt - in der Natur bekundet als das männliche Prinzip. Der Aspekt des Bewegten als Gegenpol wird von diesem Standort aus als aufnehmendes Prinzip betrachtet – in christlicher Terminologie als "Heiliger Geist" bekannt.

"Heiliger Geist" deswegen, weil sich dieser Aspekt, wie schon erwähnt, im Dasein als intelligente Aktivität bzw. aktive, schöpferische Intelligenz äußert. In indischer Terminologie wird dieser Kraft-Aspekt als Mutteraspekt (als "Shakti", bzw. als “Maha-Shakti”) bezeichnet - in der Natur bekundet als das weibliche Prinzip. Oft steht auch einfach der Begriff " Materie" für diesen Aspekt.

Der Grund für diese letzten drei Bezeichnungen ist darin zu suchen, dass diesem Aspekt die dominante Stellung in den materiellen Daseinsäußerungen zukommt: Die Kraft ist die "Mutter" des ganzen Geschehens – ohne ihr hingebungsvolles und verausgabendes Schaffen und Gestalten ist jede Formgebung oder Schöpfung ausgeschlossen.

META-physisch ist dieser Aspekt als aktiv anzusehen - vom physischen Standort aus aber als passiv!  Aus der Verwechselung der Standpunkte entstehen oft Verwirrungen!

Um Vorurteilen und üblichen Assoziationen vorzubeugen, sei hier betont, dass diese Kennzeichnungen der Aspekte wertfrei zu betrachten sind: "weiblich" oder "passiv", "männlich" oder "aktiv" stehen absolut gleichwertig nebeneinander. Alles in diesem Universum ist eine Funktion des Verhältnisses dieser beiden antagonistischen Grundkräfte: eine Eigenschaft oder Tatsache als Funktion von nur einer dieser Kräfte ist nicht möglich. In der physikalischen Welt – in der Physik als Wissenschaftszweig – ist uns dies ganz geläufig: erst positive und negative Elementarteilchen in einem bestimmten Verhältnis zueinander machen den Aufbau von Ganzheiten möglich.

Dieses Beziehungsverhältnis der Polaritäten des SEINs müssen wir somit als noch nicht gekennzeichneten Aspekt im Daseinsgeschehen dazunehmem. Wie - als Gleichnis für unseren klassifizierenden Intellekt - das Material einer Münze das Absolute bzw. den Urgrund darstellt und die beiden Seiten der Münze die beiden gegensätzlichen, sich aber ergänzenden Grundkräfte, so ist die spezielle Form einer Manifestation bzw. die  formverursachende Kraft dieser noch nicht berücksichtigte Aspekt.

Das Beziehungsverhältnis bringt das Spezifische einer jeden Sache hervor, so wie im atomaren Bereich das Verhältnis von positiven zu negativen Teilchen das jeweilig Spezifische eines Elementes ausmacht. Insofern können wir diesen Aspekt auch als das Individualitätsprinzip betrachten.

In der Natur bekundet sich dieses Prinzip als das "Kindprinzip" - Vermittler zwischen dem männlichen und weiblichen Prinzip, oder Ergebnis aus der Vereinigung von Vater- und Mutter (-aspekt).
In christlicher Terminologie ist dieses Prinzip auch als SOHN-Aspekt bekannt, in der psychologischen Terminologie als Bewusst-Sein .

Versuchen wir den bisherigen Sachverhalt in der schon begonnenen Symbolik auszudrücken, ergibt sich folgende symbolhafte Darstellung:
  

Die Substanz oder der Inhalt des Kreises bzw. der Figur stellt das Absolute dar, die Farbe rot (die nach außen gerichteten Spitzen) das Absonderungs- oder Gestaltungs-Prinzip und die Farbe blau (der innere blaue Kreis mit seinen Ausläufern) das  Vereinheitlichungs- oder Schöpfer -Prinzip.

Das Beziehungsverhältnis dieser beiden SEINS-Polaritäten wird dann sichtbar in den individuellen Form- und Farbvariationen mitsamt des ICH-Keims.

 

 

Die nachfolgende tabellarische Zusammenstellung zeigt nochmal den Zusammenhang der drei Hauptaspekte des ABSOLUTEN SEINs.

 

KATEGORIE

1. ASPEKT

2. ASPEKT

3. ASPEKT

Bipolare Funktionalität

Das impulsgebend Seiende

Das Formgebende

Das impulsaufnehmend Tätige

Prinzipielle Funktionalität

Das Bewegende

Das Vermittelnde

Das Bewegte

Schöpferische Funktionalität

Schöpferprinzip

Individualitätsprinzip

Gestaltungsprinzip

Allgemeine SEINs-Äußerung

Leben

Qualität

Erscheinung

Belebtes Naturreich

Männliches Prinzip

Kindliches/sächliches Prinzip

Weibliches Prinzip

Biologie/Psychologie

Leben

Bewusstsein

Form

Psychologie/Philosophie

Geist

Seele

Körper

Menschliches Naturreich

Vater

Kind

Mutter

Normale menschl. Äußerung

Nervenkraft u. -aktivität

Empfinden/Fühlen

Konkretes Denken

Höhere menschl. Äußerung

Schöpferischer Wille

Weise Liebe

Aktive, schöpferische Intelligenz

Christliche Terminologie

Vater

Sohn

Heiliger Geist

 

Wenn wir die bisherige symbolhafte Darstellung der Zusammenhänge auf eine größere SEINs-Manifestation, z. B. mal auf unser Sonnensystem, beziehen, könnte das folgendermaßen aussehen:

 

 

 

Ein wesentlich differenzierteres Schaubild über die Evolution der größeren BEWUSST-SEINs-Manifestation, nämlich der ENTITÄT unseres Sonnensystems (dem Sonnen-Logos),  findet man wiederum in der Literatur von Alice A. Bailey und des Meisters Djwhal Khul in der tiefgreifenden “Abhandlung über Kosmisches Feuer”, S. 414.

 

 

 

Wenn wir den Sachverhalt der drei Hauptaspekte des ABSOLUTEN SEINs mal allein auf die Schöpfungsunterebene des menschlichen SEINs beziehen, und das Modells des Menschen als Doppelwesen bei dieser symbolhaften  Konkretisierung mit berücksichtigen, so stellt eine jeweilige Absonderungen vom ursprünglichen Kreis (als Symbol des Schöpferischen Urgrundes) mit der entsprechenden Form- und Farbvariation einen einzelnen individuellen, einzigartigen Menschen dar, bzw. den individuellen Lebensplan eines Menschen, der gewissermaßen ein Detailplan vom Gesamtschöpfungsplan ist.

 

 

Wir können somit zu der früheren Feststellung zurückkehren, dass ein gesunder Egoismus also, nämlich im Sinne des Verwirklichungsstrebens dieses individuellen Lebensplanes, nicht nur der eigenen SELBST-Erfüllung dient, sondern ein wünschenswerter und notwendiger Beitrag ist zur Verwirklichung des Gesamtschöpfungsplanes.

Der Mensch ist also Ausdruck oder Repräsentant des INDIVIDUALITÄTS-Prinzips des SEINs, oder wenn man es in die christlichen Terminologie übertragen wollte: Er ist ein SOHN GOTTES – eben ein individuelles, selbstbewusstes Teil-Sein des SEINs.

Mit der obigen Grafik vor dem geistigen Auge, können wir schon in der täglichen Meditation mit dem nachfolgenden “Bekenntnis des Jüngers” einen wirksamen Dienstbeitrag - quasi einen Gottesdienst - leisten, durch den wir uns aspirativ und ko-kreativ (als immer kompetenterer ‘Mitarbeiter  am Plan’) einbringen und so das morphogentisches Feld des Erden-Planes mitgestalten... uns so einsetzend für eine bessere Welt... weg von der zunächst nur egozentrischen Aspiration der eigenen Erlösung, bzw. des Zurückgelangens in den “kosmischen Uterus” (= “Himmel”, Devachan, Nirvana).

 

Bekenntnis des Jüngers

Ich bin ein kleineres Licht
in einem größeren Licht.
Ich bin ein Tropfen Liebeskraft
im Meer
(im Strom) der Gottesliebe.
Ich bin ein Funken Opferglut
im Feuerwillen Gottes.
Und so stehe ich.

Ich bin ein Weg,
der Menschen weiterführen kann.
Ich bin ein Quell der Stärke,
der ihnen Stand verleiht.
Ich bin ein Strahl des Lichts,
das ihren Weg erhellt.
Und so stehe ich.

Und also stehend, wirkend,
helf’ ich den Menschen auf dem Weg,
im Wissen um die Wege Gottes.
Und so stehe ich.

...oder auch:

Ich bin eines der vielen kleineren Lichter
in einem größeren Licht.
Ich bin einer der vielen Tropfen Liebeskraft
im Strom der Gottesliebe.
Ich bin einer der vielen Funken Opferglut
im Feuerwillen Gottes.
Gemeinsam mit den anderen Brüdern und Schwestern stehe ich.

Ich bin einer der vielen Wege,
die Menschen weiterführen können.
Ich bin einer der vielen Quellen der Stärke,
die ihnen Stand verleihen können.
Ich bin einer der vielen Strahlen des Lichts,
die ihren Weg erhellen können.
Gemeinsam mit den anderen Brüdern und Schwestern stehe ich.

Und also stehend, wirkend,
helfen wir den Menschen auf dem Weg,
im Wissen um die Wege Gottes.
Gemeinsam stehen wir.

Gemeinsam arbeiten wir mit am Plan.

 

Hören Sie sich an dieser Stelle doch mal den berührenden Video-Vortrag von Joachim Galuska (den Begründer der Heiligenfeld-Kliniken) über die
‘Evolution des Bewusstseins’ an!!!!

 

 

4. Mediationspraxis – Meditationsanleitung

Nochmals kurz gefasst:
Meditation (lat.: meditatio = Innenschau) will durch konzentrative Innenschau die niedere Natur bzw. das Ausdrucksinstrument der SEELE (= ihre Persönlichkeit) verfeinern und koordinieren, um diese Persönlichkeit dann mit dem HÖHEREN SELBST oder der SEELE zu vereinen.

Der erste Schritt zu dieser Entfaltung ist Konzentration (!), oder das Vermögen, das Denken unverwandt und ohne Ablenkung auf das gewählte Objekt gerichtet zu halten, bis der physische Körper, alle Empfindungen, die Umgebung, jedes Geräusch und alles, was sonst in den Gesichtskreis kommt, vergessen wird.

Dadurch richtet sich der Blick immer mehr nach innen auf die seelische Ebene, und durch fortschreitende Übung lernt man allmählich sein inneres Wesen wahrzunehmen, das sich durch die Form (Denkkörper, Fühl- und Wunschkörper, Handlungskörper) zum Ausdruck bringt.

 

4.1 Meditationsübung für Beginner

Dis-Identifikation bzw. SELBST-Identifikation

1. Setze Dich bequem hin und schließe die Augen. Nimm Deinen Körper wahr.
Versuche nicht, diese Empfindungen zu verändern. Lasse sie einfach zu, und werde Dir Deines Körpers bewusst.
Werde Dir z.B. der Berührung Deines Körpers mit dem Stuhl bewusst, auf dem Du gerade sitzt, dann der Berührung Deiner Füße mit dem Boden und der Berührung Deiner Kleider mit der Haut. Nimm z.B. auch Deine Atmung wahr.

Sage Dir dann: „Ich habe einen Körper, aber ich bin nicht mein Körper!“

2. Nimm Deine Gefühle wahr.
Was für Gefühle erlebst Du jetzt gerade? Welche Gefühle tauchen in Deinem Leben regelmäßig wieder auf? Betrachte sowohl die so genannten positiven Gefühle wie Freude, Zärtlichkeit, Liebe, Dankbarkeit als auch die so genannten negativen Gefühle wie Ärger, Eifersucht, Hass, Trauer.
Bewerte diese Gefühle nicht. Betrachte Deine Gefühle mit der Haltung eines Wissenschaftlers, der einen natürlichen Vorgang beobachtet, oder wie ein Journalist, der einen Tatsachenbericht über irgendein Ereignis schreibt.

Sage Dir dann: „Ich habe Gefühle, ich habe eine Fühlnatur, aber ich bin nicht meine Gefühle!“

3. Nimm nun auch Deine Wünsche wahr.
Nimm dasselbe unbeteiligte, neutrale Verhalten gegenüber Deinen Wünschen ein. Was sind die wichtigsten Wünsche, die Du zurzeit hast und welche bestimmen Dein längerfristiges Leben?

Dann sage Dir wieder: „Ich habe diese Wünsche, ich habe eine Wunschnatur, aber ich bin nicht meine Wünsche!“

4. Beobachte nun auch die Welt Deiner Gedanken.
Sobald ein Gedanke auftaucht, betrachte ihn, bis der nächste auftaucht, dann diesen usw. Und wenn Du denkst, es kommt Dir kein Gedanke, mache Dir bewusst, dass auch dies ein Gedanke ist. Beobachte Deinen Gedankenfluss: Erinnerungen, Meinungen, Sinnvolles und Unsinniges. Für- und Wider-Dialoge, Vorstellungen, Fantasien.

Dann sage Dir wiederum: „Ich habe Gedanken, ich habe eine Denknatur, aber ich bin nicht meine Gedanken!“

5. Mache Dir bewusst, dass Du der Wahrnehmende all dessen bist – der Beobachter, der Erlebende, das Bewusst-Seins-Zentrum, die ICH-HEIT, die SEELE (... die Instanz, die sagen kann: „Ich existiere!“ … „ICH BIN“ …)
Sage Dir: „Ich bin der Wahrnehmende; ich bin der Beobachter; ich bin die Instanz, die sagen kann: ICH BIN! – Ich bin das ICH BIN – die SEELE…  das BEWUSST(e)-SEIN! … die ICH-HEIT!“

Stelle Dir dabei den Menschen als Doppelwesen vor (siehe nebenstehende Grafik = Darstellung des Menschen als Doppelwesen), und hebe Dein Bewusstsein empor in die obere Dreiheit.

 

Du kannst diese Dis-Identifikations-Übung auch zur Bearbeitung Deiner Teilpersönlichkeiten bzw. Deiner negativen Seiten oder Schattenseiten (wie z.B. dem inneren Perfektionisten, dem Hilflosen oder dem Kritisierenden usw.) benutzen. Mache Dir dazu zuvor eine Liste oder ein Diagramm von Deinen Teilpersönlichkeiten.

Bewerte auch bei dieser Übung nicht! Sei das Bewusst-empfindende-SEIN!

Versuche außerdem mehrmals (ca. 5-10 mal) während des Tages daran zu denken, so eine Dis -Identifikationsübung zu machen, d.h. aus der Involvierung des Alltages „auszusteigen“ und Dich zu fragen: „Wer bin ich?“ – „Mit was identifiziere ich mich gerade?“ – „In was bin ich gerade involviert?“

 „Ich bin mehr als dieser physische Körper!! – Ich kann ‚out-of-body’ gehen!!“ … und dann eine 2 -Minuten-Übung anhängen, in der Du gedanklich-visuell aus deinem Körper „aussteigst“ und in einen anderen – von Dir bevorzugten – Raum Deiner Wohnung oder Deines Hauses gehst, und dich da intensiv umschaust und Dir die Einrichtung vergegenwärtigst!

Dieser Realitäts-Check – konsequent gemacht – kann nach ca. 6 Wochen zu ersten Out-of-Body -Erfahrungen führen! (Siehe dazu in der Literaturliste: BUHLMAN, William: Out of Body. Astralreisen - Das letzte Abenteuer der Menschheit).

Oder, falls Du es bevorzugst, zunächst auf der Traum-Ebene eine Dis-Identifikation zu erreichen:
Versuche mehrmals (ca. 5 -10 mal) während des Tages
daran zu denken, aus der Involvierung des Alltages „auszusteigen“ und Dich zu fragen: „Wer bin ich?“ – „Mit was identifiziere ich mich gerade?“ – „Auf welcher Bewusst-Seinsebene bin ich gerade bewusst? – Wache ich oder träume ich?“ – „Gibt es außergewöhnliche Umstände oder Merkmale, an denen ich das entscheiden kann?“

Dieser Realitäts-Check – konsequent gemacht – führt ziemlich sicher nach ca. 6 Wochen auf der Traum -Ebene zur Dis-Identifikation mit dem Traum-Erleben und man träumt dann luzide oder klar (siehe dazu in der Literaturliste: THOLEY, Paul und UTECHT, K.: Schöpferisch Träumen. Wie Sie im Schlaf das Leben meistern. Der Klartraum als Lebenshilfe).

Zur Vertiefung Deiner Klartraumfähigkeit sei die interessante Web-Site mit Forum empfohlen:
www.klartraum.de oder www.klartraumforum.de

 

 

4.2 Meditationsübung für Fortgeschrittene

Meditationsumriss  (in 5 Stadien) „ICH BIN die SEELE“

(in Arbeit ... bis dahin die Anleitung anschauen durch “Klick ins Buch” durch Sucheingabe bei Amazon “Hawlitzki” --> Buch “Besessenheit” ...” --> ins Suchfeld eingeben: “372”)

 

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